Herzlich Willkommen bei Patch of Heaven

Es fällt mir schwer eine Auswahl an Erlebnissen zu schreiben, da jedes Erlebnis mit den unterschiedlichsten Menschen einzigartig und wunderbar war. In zehn Jahren unserer Arbeit mit Patch of Heaven wurden viele Herzen berührt und nachhaltig beeinflusst.

Unser Ziel war es von Anfang an Menschen, ob Kinder, Jugendliche, Familien und auch ältere Menschen in Altersheimen, sie in eine qualitative Beziehung mit  dem Pferd und ihrem Schöpfer zu bringen.

Schnell erkannten wir, dass diese Herz zu Herz Beziehung mit den Pferden in Jedem  unterschiedliche Emotionen freisetzte und öffnete für neue Erfahrungen und Eindrücke und somit nachhaltig Wirkung zeigte.

Hier nun zwei Beispiele:

PAUL

und seine Bonnie

Paul*, ein sechsjähriger Junge, kam sehr verschüchtert und ängstlich zu uns. Im Kindergarten und zu Fremden sprach er kein Wort und traute sich gar nichts zu. Nur mit seiner Bezugspädagogin sprach er, aber sobald jemand dazu kam schwieg er. Er suchte sich Bonnies, unsere Leitstute, aus und verbrachte ein ganzes Jahr lang jede Woche eine Stunde liegend auf Bonnies Rücken. Nach einigen Wochen sprach er dann ganz leise mit mir, während er auf dem Rücken lag.  Anschließend wollte er immer ihren Stall misten, verteilte anschließend liebevoll jeden Strohhalm in die Ecken der Box. Dabei sprach nur mit seiner Bezugspädagogin. Auch mit Kindern nahm er keinen Kontakt auf.

Nach einem Jahr wollten die Kinder ihren Eltern die Pferde vorstellen. Als wir mit den Kindern besprachen, was sie mit ihrem Pferd zeigen wollten, sprach Paul auf einmal vor der Gruppe und sagte: „Ich werde auf Bonnies reiten und dann traben und einen Ball auffangen“ Wir schauten uns erstaunt an und waren dann sehr gespannt, zumal er noch nie auf Bonnies geritten war.

Bei der Generalprobe ritt er tatsächlich auf Bonnies und man spürte, dass die Beiden zu einem Team zusammengewachsen waren, obwohl er nur auf ihr gelegen hatte. Als er dann vor Publikum noch ein Mikrophon in die Hand nahm und erklärte was er gerade mit Bonnies machte, floss so manche Träne.

Paul ist heute 16 Jahre alt und besucht uns und seine Bonnies noch in unregelmäßigen Abständen.

Er wurde  in der Grundschule  zum Klassensprecher gewählt und leitet in seiner Freizeit Kindergruppen und engagiert sich ehrenamtlich für Benachteiligte.

*Der Name wurde geändert

LUISA

findet neues Vertrauen

Luisa* – 6 Jahre, hatte von Geburt aus nur zwei Finger an einer Hand und auch ansonsten noch kleine Handicaps. Sie versteckte ihre Hand vor den Blicken der Menschen, indem sie ihre Jacke/ Pullover immer darüber zog. So waren all ihre Sachen  im Arm ganz ausgeleiert.

Sie suchte sich Little, unsere  Jungstute, mit der Begründung aus. „Die ist so schön mit ihrer langen Mähne“ In den ersten Stunden war Luisa sehr zurückhaltend und ließ den Ärmel der Jacke immer weit über die Hand gezogen.

Da jedes Kind sein eigenes Pferd in der Stunde für sich allein hatte, baute sie langsam einen engen Kontakt zu Little auf. Sie begrüßte nun Little, indem sie ein wenig den Ärmel zurückschob und Little an ihrer Hand schnuppern durfte. Wenn sie sich auf Little legte, war immer ihr Kopf auf Littles Mähne.

Nach einiger Zeit wurde sie mit dem Pferd so vertraut, dass  sie ihre Hand aus dem Ärmel zog und immer wieder mit der Hand durch Littles Mähne strich. Das wiederholte sich nun jede Stunde und nach einigen Wochen zog sie ihre Hand beim Pferd sofort aus dem Ärmel.
Sie lernte, dass Little sie völlig vorurteilsfrei annahm.

Zur Begrüßung wurde es selbst verständlich, dass sie Little ihre Hand reichte. Auch auf dem Hof vor den Pferden versteckte sie ihre Hand nicht. Nur wenn Kinder in ihre Nähe kamen, zog sie wieder den Ärmel darüber.

Nach einigen Monaten berichtete mir ihre Bezugspädagogin im Kindergarten folgendes: Luisa war mit einem Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe alleine im Bällebad. Luisa zog erstmals ihre Hand aus dem Ärmel, dass andere Mädchen fragte:“Was hast du denn da?“

Luisa antwortete; „Ich habe nur zwei Finger an der Hand, aber ich kann alles greifen, siehst Du“, nahm einen Ball mit zwei Fingern und warf ihn dem Mädchen zu. Seit diesem Zeitpunkt hat Luisa nie mehr ihre Hand versteckt.

*Der Name wurde geändert

„Oft brauchen Dinge ihre Zeit und die stetige Wiederholung. Genauso wie eine körperliche Wunde brauchen Wunden der Seele ihre Zeit um zu heilen.
Die Pferde kennen keine Vorurteile und erspüren was die Seele gerade braucht und so kann Heilung langsam in liebevoller Begleitung wachsen.“

Gisela Jansen - Januar 2017

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